Wissenswertes - St. Magnus und St. Vitus
St. Magnus
Der Anfang
Begonnen hat alles mit Spendensammlungen und Bettelpredigten, bevor am 20.5.1955 die bischöfliche Erlaubnis zum Kirchenneubau erteilt wird. - Die bisherige St. Vitus -Kirche war aufgrund der wachsenden Zahl an Gemeindemitglieder zu klein geworden.
Dann ging es schnell: Bereits im August desselben Jahres wird der Heilige Magnus als Patron ausgewählt. Am 11. Dezember 1955 ist die feierliche Grundsteinlegung, am 31. Januar 1956 wird bereits das Richtfest gefeiert und schon am 18. November desselben Jahres wird die neue Kirche eingeweiht. St. Magnus ist ab jetzt die Pfarrkirche im Häfler Westen, St. Vitus verliert den Status als Pfarrkirche. Verbunden bleiben beide Kirchen dennoch: Zu den beiden für St. Magnus neu gegossenen Glocken kommen auch die beiden Glocken von St. Vitus in den neuen Magnuser Kirchturm.Zusammen mit der Kirche wird in Verlängerung des Kirchenschiffes auch ein neues Pfarrhaus gebaut.
Der Neubau hat allerdings die Finanzmittel der Kirchengemeinde aufgebraucht, die ursprünglich geplante Orgel kann daher nur zu Teilen realisiert werden und wird gebraucht erworben.
Entwicklungen
In den 70er Jahre gibt es in Folge des 2. Vatikanischen Konzils etliche Reformen und Neuerungen. Seit Anfang 1973 engagieren sich Lektorinnen und Lektoren in den Gottesdiensten der Gemeinde und die ersten Ministrantinnen werden aufgenommen, ab 1976 unterstützt eine Gemeindereferentin den Pfarrer und seit 1982 leiten schließlich erstmals Laien Wortgottesdienste in St. Magnus.
Auch im Kirchen-Innenraum zeigen sich ab 1995 Veränderungen: Altar, Kreuz, Ambo, Tabernakel und Taufbecken werden neu gestaltet. Kommunionbank und Kanzel werden entfernt, der Hochaltar wird ausgebaut. Die obersten drei Stufen werden auf die Fußbodenhöhe der Sakristei zurückgebaut. So rückt der Altar ein deutliches Stück näher zum Kirchenschiff, die vormalige große räumliche Distanz zwischen Pfarrer und Gemeinde wird aufgelöst. Das Taufbecken kommt auf die erste Stufe in den Chorraum: Aus der Taufkapelle wird mit der Marienkapelle ein Raum der Stille.
Zugehörigkeiten und Zusammenarbeit
Ab 1974 gehört St. Magnus zur Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen und seit 1984 (formell ab 1986) ist der Pfarrer in St. Magnus auch mit der seelsorgerlichen Betreuung der St. Peter-und-Paul-Gemeinde in Schnetzenhausen betraut. Der erste Schritt von vielen weiteren, aus denen sich die heutige Seelsorgeeinheit 3 FN-West entwickelt hat. Der offizielle Kooperationsvertrag wird dann im Zuge der Gemeindereform im Oktober 2002 unterschrieben.
Auch das in den 70er Jahren erbaute Städtische Krankenhaus gehört in die Seelsorgeeinheit. Ab 1988 wird das Pastoralteam um den Krankenhausseelsorger ergänzt, der bis xy noch zu einem kleinen Teil seines Auftrags auch in den Gemeinden mitwirkt.
- Viele weitere interessante Informationen finden Sie auch unter: „Chronik Kirche St. Magnus“
St. Vitus
Vom alten zum neuen St. Vitus
Solange Fischbach der Pfarrgemeinde Bermatingen einverleibt war, scheint im Orte keine Kirche gewesen zu sein. Erst in der Mitte der 15. Jahrhunderts wurde auf der Stelle, wo die jetzige neue Kirche steht, eine Kapelle erbaut: laut vorliegender urkunde von 1482 wurde am Freitag nach Ostern 1480 durch den damaligen weihbischof Daniel von Konstanz die Kapelle in Fischbach zum hl. Vitus, welches eine Filiale der Pfarrkirche bermatingen ist, de novo (= von neuem) konsektiert mit der Altären. Also was schon länger eine bischöfliche konsektierte Kapelle in Fischbach. Wahrscheinlich was dieselbe im vorausgehenden Städtekrieg durch die Scharen des Hans von Rechberg teilweise zerstört oder durch Frevel entweiht worden.
Nach vielen beendigten Streitigkeiten mit dem Kloster Salem und Bischöflichen-Konstanzischen Ordinate wurde endlich eine Kaplanei errichtet und in Folge dessen der Turm erbaut und die Kapelle erweitert. Durch den Wohltätigkeitssenn der Bürger vermehrte sich das Einkommen, und so wurde sie in eine Curat-Kaplei umgewandelte Kaplanei zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben uns an der Kirche abermalifge Verbesserungen und Erweiterungen vorgenommen. Die diesfaltige Zeit ist gänzlich unbekannt. Die Waggershausersche Familie soll nach der Volkssage an der Straße nach Friedrichshafen, wo jetzt ein Kreuz steht , eine Kapelle erbaut haben, die aber wegen Mangel eines Unterhalts-Fonds 1818 abgebrochen und der Erlös zur Verschönerung der alten Mutterkirche verwendet wurde.
Pläne für einen Neubau
Nachdem mehrere Filialen als: Spaltenstein, Manzell, Riedern, Eichenmühle, Hofen der Pfarrei einverleibt wurden, so stellte sich bald das Bedürfnis heraus, die alte Kirche zu erweiten. Aber wer sollte bauen? Die Kirchenpflege war unvermöglich und die Gemeinde lud die Last auf sämtliche Zehntherren des Pfarrsprengels, während diese die Gemeinde ins Mitleid ziehen wollten. So entstand dann ein Prozess über die Baupflicht der Kirche, welcher 13 Jahre hindurch dauerte und unzählige Schreibereien , Unkosten und Verdreißlichkeiten herbeiführte, bis endlich die höchste Gerichtsstelle entschied:
Die Baufälligkeit der Kirche erfordert höchst notwendig eine Aufbesserung
Sämtliche Zehntherren der Pfarrei haben vereint die Baulast zu tragen
Diese Rechts-Erkenntnis wurde nun unter Vermahnung gegen jeden weiteren Rechtsnachteil und bis auf die Beibringung weiterer Gegenbeweise anerkannt und der Beziksbaumeister Büchler in ravensburg beauftragt, einen Erweiterungsplan und Kostenüberschlag zu fertigen. Dieser Techniker vollführte den Auftrag dahin, dass er auch den Turm um zwei Stockwerke erhöhte und statt des Sattel- ein Pyramidendach auf denselben brachte.
Quelle: 150 Jahre St. Vitus - Juni 1987, (Festschrift)
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